Zeiten kommen, Zeiten gehen

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Da bin ich wieder und versuche nun mein Blog wieder, auch auf Wunsch vereinzelter Leser, aus der Versenkung zu holen. Denn Zeiten kommen, Zeiten gehen. Viel ist nämlich passiert seit dem letzten Eintrag, nicht nur bei mir persönlich. Ob es nun die plötzliche Atomwende, der revolutionäre Frühling, der zum Beispiel Spanien erreicht hatte, die Griechenlandrettung oder Ehec war, die Nachrichten hatten in den letzten Wochen ihre Themen gefunden. Alleine heute gab es mit der Fußball-WM im eigenen Land, der lang angebahnten, heute beginnenen Staatskrise in Deutschland oder die polnische Ratspräsidentschaft, die nun heute angefangen hat, 3 Top-Themen, mit denen sich ganze Blogs füllen lassen könnten.

Apropos Polen: Auch mit privatem Zeug könnte man hier den ein oder anderen Blogpost füllen. So wird sich der interessierte Leser bestimmt noch daran erinnern, dass die letzten Beiträge hier über die damals bevorstehende Kursfahrt nach Krakau handelten.
So viel sei gesagt, Krakau ist eine junge und vor allem belebte Stadt, die sich jederzeit für einen Besuch lohnen würde. Dementsprechend war auch die Woche dort ein voller Erfolg. Immerhin hatte ich die Chance, Leuten Polen näher zu bringen, die wohl sonst nie von alleine dahin gekommen wären. Warum wir aber noch kein Kursfahrt-Nachtreffen gemacht haben, wie die anderen Leistungskurse es schon gemacht haben, bleibt mir schleierhaft.

Ebenfalls schleierhaft bleibt mir immer noch dieser riesiger Hype, der zur Zeit um das neuste Projekt von Google gemacht wird. Nicht nur, dass der Name „Google+“ relativ unglücklich gewählt wurde, das angebliche „Facebook-Killer-Feature“ sollen

Kreise

sein… Also alleine damit sollte Google+ keine großartige Zukunft bevorstehen. Immerhin handelt es sich hierbei schon um den VIERTEN (in Zahlen: 4.) Versuch Googles ein ‚Social Network‘ zu errichten. Dazu kommt, dass das Portal immer noch in der geschlossenen Beta ist. Heißt: Alles, was man darüber lesen oder hören kann, ist entweder von Google gut bezahlt oder lehnt sich nur an dessen PR-Nachrichten. Fundierte Berichterstattung sieht anders aus. Das es außerdem gestern wohl einige Internetnutzer geschafft haben sich über einen kurzzeitigen Bug auf dem Netzwerk zu registrieren, zeigt, dass auch unsere Beliebte Datenkrake noch Startschwierigkeiten haben wird. Wie man sieht, auch ein Thema, worüber man ruhig noch einen Post schreiben könnte.

Zu Schwierigkeiten der etwas anderen Art kam es indes vor ein paar Wochen bei der Verleihung des Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2011. Die CDU hatte wohl vorher nicht gut genug recherchiert, bevor sie Georg Schramm dort den Ehrenpreis verleihen wollten. Kaum verwunderlich hatte er nämlich den Rahmen dieser Verleihung genutzt, um Kabarett vom Feinsten abzuliefern, auch auf Kosten der Zuschauer.

„Arschloch“, Aufhören“ oder „Sauerei“, das sind einige der Reaktionen auf den Auftritt von Georg Schramm im Europa-Park. Hintergrund: Der Kabarettist nimmt sich die CDU vor.

„Eine Landesregierung, die nicht in der Lage ist, einen Pflasterstein von einer Kastanie zu unterscheiden, hat nichts anderes verdient, als in den Orkus der Bedeutungslosigkeit gestoßen zu werden“

Im Grunde eine gelungene Rede zur Lage der CDU:

Also empört euch. Ich werde dies auch tun, bald auch hier nachzulesen. Denn ihr wisst ja, Zeiten kommen, Zeiten gehen.

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Aus gegebenen Anlass

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Ja, die Facharbeit nimmt so langsam Konturen an. Doch natürlich bekomme ich auch noch mit, was so außerhalb meines Arbeitszimmers vor sich geht. So ist mir bewusst nicht entgangen, welche Kabinettsumbildung sich dieser Tage bei der Bundesregierung vollzogen hat. Zwar erwarten etliche, dass ich nun meinen Senf dazu abgebe, aber aus aktuellem Anlass (Stichwort: Facharbeit, Schulchemie) verzichte ich mal auf meinen öffentlichen Kommentar und greife lieber auf das Haekelschwein zurück, das den Sachverhalt der „Guttenberg-Mania“, die zZ durch etliche Internettrolle über alle Medien huscht, eh besser darstellt, als das ich es unter meinen jetzigen Umständen tun könnte.

Es bringt nichts, sich über unpolitische Menschen mit einfacherer Bildung lustig zu machen.

Was sollen die daraufhin tun, plötzlich klug werden? Wie soll das gehen?

Stattdessen muss man sie da abholen und annehmen, wo sie sich emotional und intellektuell befinden. Das ist nicht die abstrakte Welt dröger Politik mit ihren ellenlangen Diskussionen und meterhohen Papierstapeln, sondern es ist die Welt des Events, der Tat, der bewegenden Bilder.

Wer nur Boulevardmedien konsumiert, aber kaum seriöse Zeitungen oder Bücher liest, für den ist alles unterhalb von Superstars, Sensationen und Riesenwirbeln jenseits der Wahrnehmungsschwelle, für den gibt es nur total toll oder total scheiße.

Guttenberg war seit langem der erste Politiker, der es über die Wahrnehmungsschwelle dieser Bevölkerungsgruppe geschafft hat, alle übrigen verschwimmen in ihren Augen in derselben grauen Masse.

Dass er Politiker war, erschien aber nur als Anlass, über ihn zu berichten, nicht jedoch als Inhalt der Boulevardberichte. Deren Konsumenten interessieren sich auch nicht für Politik, sondern für schillernde Prominente.

Guttenbergs Beliebtheit bei dieser Schicht leidet deshalb auch nicht unter seinen Fehlern als Politiker, weil seine Fans gar nicht genau sagen könnten, worin dessen Politik eigentlich besteht, sondern sie sind sich lediglich sicher, dass ein Mensch, der ihnen derart sympathisch ist, auch auf diesem obskuren Feld namens Politik etwas Großes leistet.

Alle Gegenargumente, die Guttenbergs politische Versäumnisse aufzählen, verfangen deshalb nicht. Genauso wenig wie man einer verliebten Teenagerin den nichtsnutzigen Freund ausreden könnte, denn sie liebt ihn ja nicht wegen seines beruflichen Erfolgs. Im Gegenteil verstärkt man in beiden Fällen nur die Anziehung, weil man Trotz erzeugt und ein Bedürfnis, das Objekt seiner Liebe zu verteidigen.

Ein Großteil der Guttenberger scheint mir aus den Gruppen der Nichtwähler und der politisch Uninteressierten zu kommen und sich jetzt erstmals in eine politische Diskussion einzuschalten. Das erklärt auch, warum in vielen Foren so viele Neumitglieder ohne vorherige Beiträge sich für Guttenberg einsetzen. Das ist wohl kein Astroturfing, sondern die haben sich vorher eben nie für Politik interessiert, und jetzt interessieren sie sich zumindest für einen Politiker, allerdings auch nicht wegen dessen Politik, sondern wegen seiner Starqualitäten.

Dadurch unterscheiden sich diese Guttenberger auch von CSUlern. Die CSUler unterstützen Guttenberg, um ihre Politik nicht zu beschädigen. Die Guttenberger unterstützen Guttenbergs (unbekannte) Politik, um Guttenberg nicht zu beschädigen.

Statt Häme über die Guttenberger auszuschütten, sollten sich Bildungsbürger und etablierte Parteien überlegen, wie sie die Alltagspolitik verständlicher, aber auch mal spannender und begeisternder verkaufen könnten, damit nicht nur Buchstabenfresser sich dafür interessieren, sondern auch Menschen mit weniger Abstraktionsvermögen. Warum kann eine Regierungserklärung nicht so mitreißend sein wie eine Apple-Keynote? Man kann doch politische Themen auch mal mit Schwung und Begeisterung verkaufen. Die Boulevardmedien wiederum sollten sich fragen lassen, ob Personalisierung und ständiges emotionales Dauerfeuer der einzige Weg sein muss, die Zielgruppe anzusprechen, oder ob man nicht mal ein paar Gänge zurückschalten kann; wer ständig Überwürztes isst, verliert das Gespür für die feineren Geschmacksnuancen.

Nehmen wir also die Trauer der Guttenberger ernst, sie haben wirklich etwas verloren. Und das Verlorene sollte man ihnen auch zurückgeben, aber nicht in der Person Guttenbergs, sondern indem man ein wenig vom Auftreten und vom Verkäufertalent Guttenbergs in die für viele allzu graue Politikwelt übernimmt. Man kann von Guttenberg durchaus lernen, wie man Begeisterung erzeugt, wie man Tatkraft ausstrahlt, wie man Menschen für sich gewinnt. Das sind Dinge, die auch ehrliche Politiker durchaus plagiieren dürfen, und dabei muss die politische Substanz keineswegs auf der Strecke bleiben.

Quelle: http://www.netzpolitik.org/2011/spas-mit-rucktritt-wir-wollen-guttenberg-zuruck/#comment-416171

Und wer dazu noch ein Beispiel aus der Praxis will:

Mal schauen, in welche Richtung sich diese „Diskussion“ weiter entwickelt. Ich für meine Begriffe gehe nun wieder zurück meine Bierdosen waschen für meinen Versuch – ja, Bierdosen! Erkläre ich euch ein anderes Mal. Ich sag nur eines: Facharbeit.

META: Projekt: Leistungskondensator

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Man hat ja sonst nichts besseres zu tun:
Das neue Halbjahr hat angefangen und in meiner Jahrgangsstufe soll eine Klausur der nächsten Klausurphase durch eine so genannte „Facharbeit“ ersetzt werden. Wir Schüler haben also ein paar Wochen Zeit über ein Thema unserer Wahl in einem bestimmten Fach eine wissenschaftliche Arbeit abzuliefern. Das da die Freude bei den Schülern mehr als aus bleibt hatte eigentlich niemanden überrascht. Da die Arbeit dann aber dennoch drängt, bleibt leider kaum noch Zeit für andere Dinge.
Und da der Abgabetermin immer näher rückt haben nun einige Schüler aus meiner Stufe das Projekt: Leistungskondensator gestartet. Dabei handelt es sich um eine Open-Work-Umgebung, in der jeder der möchte, Teile seiner Facharbeit rein stellen darf, um somit anderen Leuten die Möglichkeit zu geben, die Texte gegen zu lesen – natürlich passwortgeschützt. Für jeden eingestellten Text bekommt man eine URL und ein individuelles Passwort, welches man an seine Leute schicken (oder direkt an alle per Facebook verbreiten) kann. Da der Text passwortgeschützt ist, wird verhindert, dass der Text bei Google und Konsorten, in fremde Hände oder gar vorzeitig in die Hände der Lehrer gelangt.

An sich eine Runde Sache, da ich meine Texte direkt von anderen Schülern korrigiert bekommen kann und ich somit vor dem Lehrer viel weniger Fehler befürchten muss.
Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es unter https://wasbleibt.wordpress.com/projekt-leistungskondensator/
Passwort: Leistungskondensator

Frohes Neues!

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Frohes Neues! Das neue Jahr ist endlich angebrochen, wir sind nun im Jahre 2011 angekommen. Das Alte ist vergangen, 2010 vorbei. Nun beginnt das Neue, alles wird klasse…

So oder so ähnlich wird es nun heute auf den verschiedenen Seiten des Web blinkend und leuchtend euch entgegen geschlagen. Nicht so hier!

Klar, vieles ist im letzten Jahr passiert, was man mittlerweile als vergangen bezeichnen könnte. Doch wie ein altes chinesisches Sprichwort schon wusste:

Nur wer die Vergangenheit erkennt, vermag auch die Zukunft zu erkennen.

Viele Debatten, die im vergangenen Jahr geführt worden sind, werden auch 2011 ihren Platz finden. Immerhin hat heute die ungarische Ratspräsidentschaft begonnen. Und nein, natürlich hat die EU noch nichts gegen das neue Zensurgesetz, welches ja auch heute in Kraft getreten ist, unternommen. Bevorzugt konservative/rechte Politiker sind dem Gesetz ja nicht ganz abgeneigt. Warum auch, wenn sie sich mittlerweile auf einen angeblichen „europäische Standard“ berufen?! Die „Stille Mehrheit“ lässt grüßen. Aber was soll dieser „Standard“ sein? Italiens Berlusconi mit seinem Medienmonopol? Oder Sarkozy, der in Frankreich mittels eines mächtigen Pariser Bauunternehmers, dem fast alle großen Printmedien gehören, ein riesiges Medienkartell mit Unterstützung der Politik sich mittlerweile installiert hat.

Das kann in Deutschland doch niemals passieren!, wird jetzt der ein oder andere Leser bestimmt nun aus sich raus posaunen. Natürlich wird es das bei uns nicht geben. Merkels Kampfpresse hat sich ja schon aus den Milliarden schweren Familien-Mediendynastien wie Springer, Bertelsmann, Bauer, Burda, Neven DuMont, die so gut wie alle deutschen Printmedien und Privatsender kontrollieren, herausgebildet. Und auch wenn man mit verschiedenen Mitteln nun auch hier versucht hat die diversen und unzähligen Onlinemedien mundtot zu machen (letztens ja erst vergeblich durch den neuen JMStV). Kein Wunder, dass einige bei den Onlinemedien schon von der 5. Gewalt sprechen. Und so wird die Debatte nächstes Jahr auf jeden Fall wieder aufgeköchelt.

Immerhin stehen dieses Jahr ganze 7 Landtagswahlen an. Dafür darf man auch ab sofort Wetten abgeben, in wie vielen Ländern die FDP es nicht schafft in die jeweiligen Parlamente zu kommen. Euren Tipp könnt ihr unten in die Kommentare schreiben. Ob unter all den Teilnehmern noch eine Belohnung ausgelost wird, wird die Zeit zeigen müssen.

Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, mir irgendwelche Vorsätze für dieses Jahr zu machen. Aber wie sollen die Aussehen?!:

– Die Leute weiter dazu ermuntern, wieder einmal selber zu denken.
– Auch weiterhin alles zu hinterfragen, was die Nachrichten einem unterjubeln wollen. (Letztens musste ich Lachen, als im heute-Journal tatsächlich die Meldung kam, dass Nordkorea zum ‚Heiligen Krieg‘ ausrufe…)
– Wieder mehr mit den Mitmenschen zu diskutieren.
– Weiterhin versuchen nicht jedes entgegen geschleudertes Halbwissen mit Distanz zu begegnen, sondern mit demjenigen darüber zu reden.
– Die Welt retten, bzw. etwas angenehmer machen. (Es gibt tolle Projekte wie Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsgärten, fairen Konsum, lokale Währungen, Spenden an Stiftungen etc. Irgendwas wird sich schon finden.)
– Zu mehr Widerstand aufrufen.

Wer sich auch noch keine Vorsätze aus den Rippen leiern konnte oder der oben noch was passendes gefunden hat, darf dies natürlich gerne übernehmen.
Aber einen weiteren Vorsatz bleibt auch mir nicht erspart, euch nämlich noch eines zu wünschen: Ein Frohes neues Jahr!

Stellungnahme: Nicht alles was glänzt, ist aus Gold…

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Früher als gedacht aus der selbst gesetzten Blogpause zurück. Warum auch, wenn man selbst zu Weihnachten nicht von den Belangen der Umwelt befreit ist? Ist ja schließlich Weihnachten…

Der Verrat an der Religion zieht den Verrat an der Kultur nach sich. Die abendländische Kultur wird genau so lange leben wie die abendländische Religion.

– Gertrud von Le Fort

Grund für die abrupte Pausenunterbrechung ist eine angebliche „Enthüllung“ des alten Fuchs auf seinem Blog. Er will nämlich „aus geheimen Quellen“(sic!) irgendwelche, seiner Meinung nach, angeblich geheime Informationen zugespielt bekommen haben und hat diese dann in seinem neusten Eintrag zum Besten gegeben. Da mit „dem Goldenen Kalb„(sic!) nur ich gemeint sein kann (Anm.: es handelt sich um einen Insider-Witz aus dem Unterricht, den er aber auch in dem Beitrag anschneidet), beschuldigt er mich des „Verrats“(sic!) und will mir sogar einen „Skandal“(sic!) anheften. So weit so gut, paranoide Bemerkungen sind wir von ihm ja schon öfters gewohnt. Aber woran er seine Behauptungen jetzt festmachen will, oder wer seine angebliche Quelle sein soll, darüber verliert er leider kein einziges Wort. Klar, er nennt Wikileaks, aber die haben (noch) keine Informationen über mich veröffentlicht. Und schon gar keine geheimen, auch wenn der alte Fuchs das so gerne hätte.
Der erwähnte Beitrag ist hier nochmal zum nachlesen.

Da er aber um eine Stellungnahme bittet, und es ja schließlich Weihnachten ist, will ich mal nicht so sein und ihm den Gefallen tun:

– Ja, ich bin Messdiener seit meiner Kommunion im Jahre 2000. Ich wurde damals von einem Kollegen dazu überredet, mit dem ich mittlerweile sogar eine Gruppe leite. Dies habe ich auch nie bestritten.

– Falsch ist, dass dies alltäglich passiert. Immerhin ist meine Gruppe schon seit den Herbstferien in der wohl verdienten „Winterpause“. Und was das Dienen angeht: Zwar fällt gerade in der Weihnachtszeit etwas mehr Arbeit an, aber im restlichen Jahr bin ich vielleicht etwa höchstens einmal im Monat „im Einsatz“ – wenn überhaupt.

– Nein, in den Weihrauchfässern der katholischen Kirche ist auch wirklich Weihrauch drin! Dieses wird auf vorher, am besten auf offener Flamme, erhitzten Kohle gelegt und durch die Schwenkbewegungen des Thuriferar mit genügend Luft angereichert, wodurch der typische Rauch entsteht. Dies wird meines Wissens eigentlich auch in den meisten christlichen Kirchen der Welt praktiziert. Viele sagen dem Weihrauch auch heilende Kräfte zu. Aber ob es zu einer „Droge“(sic!), wie der alte Fuchs es schreibt, reicht, wage ich doch zu bezweifeln.

– Ich versteh aber auch gar nicht, was für ein „Skandal“ hier aufgefahren werden soll. Ich weiß, wie es zur Zeit um die Kirche steht. Aber anstatt wie eine feige Ratte das Schiff zu verlassen, bleibe ich weiter an Bord. Was das bringen soll, dass darf jeder für sich denken.
Komischer Weise gab es in „Neues aus der Anstalt“ im Oktober eine ähnliche Diskussion, auch wenn eher zum Thema CDU:


Die ersten 5 Minuten beschreiben in etwa den gleichen Disput. Man ersetze einfach die politischen Begriffe durch kirchliche – mit dem selben Ergebnis.

– Hatte ich schon erwähnt, dass sich „Messdienergruppenleiter“ und „Messdienergruppenstundenvorbereitungsdauermanaging“ viel besser auf einem Lebenslauf machen, als „Dauernörgler“ wie beim alten Fuchs?!

Natürlich wird sich der ein oder andere unkundige Leser nun fragen, ob das überhaupt vereinbar wäre, ein Sozialist und die Kirche. Zuerst sollte ich vielleicht festhalten, dass ich zwar für eine komplette Trennung von Kirche und Staat bin, dennoch sollte die Religionsfreiheit als ein unveräußerliches und uneingeschränktes Grundrecht im Staat vorliegen – Die Religion ist also Privatsache. Wenn aber jemand meint, auf die Bibel, den Koran oder auf ein anderes Gesetzestext seinen (Staats-)Eid ablegen zu müssen, der darf das meiner Meinung nach auch gerne machen.
Auf der anderen Seite war die Christliche Urgemeinschaft durchaus Sozialistisch ausgeprägt. Auf die schnelle fällt mir da nur der Ausschnitt aus der Apostelgeschichte 4,32-37 ein. Besonders Bibelkundige dürfen in den Kommentaren weitere Beispiele aufführen.
Was die „Kirche“ dann später daraus gemacht hat, das steht auf einem anderen Blatt und man darf es bewerten, wie man will. Nicht umsonst sagten schon damals Zeitgenossen, dass die Christen Konstantin mehr fürchten als Nero.

Jetzt bleibt natürlich noch offen, wie der Einzelne zur Religion und zur Religiösität steht. Ich für meinen Teil zitiere in der Hinsicht auch gerne Mal den alten Marx, der dazu unter anderem geschrieben hat:

Der Mensch macht die Religion […] Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

Es bleibt also jedem für sich überlassen, wie der Einzelne damit umgeht. Aber wenn der alte Fuchs lieber bei seiner Ersatzreligion des „Rumnörgeln“-s und des „Dagegensein“-s bleiben will – Ich werde der Letzte sein, der ihn daran hindert. Oder es nochmal mit von Le Fort zu sagen:

Die abendländische Kultur wird genau so lange leben wie die abendländische Religion.

Und dabei ist es sogar egal, ob man das Weihrauchfass schwingt oder sich darüber aufregt. Vielleicht war der alte Fuchs es ja selber, der da am Ende auf der Holzbank in der Kirche gesessen und mich dabei gesehen hat. Man weiß es nicht…

In dem Sinne: Einen guten Rutsch!

Frohe Festtage!

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Dieser Tage führt Ungarn die Zensur ein und steht kurz davor eine Diktatur zu werden. Deren Verfassungsgericht wurde ja schon quasi entmachtet, indem die Regierung mit ihrerseitigen Kompetenz-Kompetenz und der Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament dem Verfassungsgericht einfach wichtige Kompetenzen genommen hat und unsere CDU hat wirklich nichts besseres zu tun als die Regierungspartei Ungarns dafür zu beklatschen.

Wir selbst sind durch den JMStV(Jugendmedienschutz-Staatsvertrag) nur knapp selbst einer solchen Zensurapparatur für das Internet entgangen, dem NRW-Landtag sei dank! Der größte Skandal am JMStV war ja eigentlich, dass politische Entscheidungen allein auf Koalitionstreue statt inhaltlicher Auseinandersetzung beruhten bei einem Gesetzestext, der von vorne bis hinten sinnlos war und deswegen von vielen schon als Katastrophe tituliert wurde. Dabei standen etliche deutsche Blogs und Internetseiten kurz davor deswegen geschlossen zu werden, wenn sie es nicht schon von sich selber aus getan haben.

Großbritannien plant nun auch Netzsperren einzuführen, die USA gehen gleich noch einen Schritt weiter und führen das 2-Klassen-Internet ein und Berlusconi kauft sich das Parlament, um an der Macht zu bleiben. Die Vetternwirtschaft geht also weiter. Und das obwohl wir in Deutschland schon seit Jahren anscheinend in einer Postdemokratie leben, man schaue da nur auf die Auswüchse unserer Systems wie die AKW-Laufzeitverlängerung oder gleich auf die FDP. Aber es zeigt sich ein kleiner Lichtblick: Die FDP steht seit neusten Umfragen bei nur noch 3%. Also ich finde, da geht mehr!

Das Schneechaos treibt uns noch alle in den Wahnsinn, zumindest die, die durch den Schnee müssen und alle reden sie über das Wetter, nur die Bahn nicht. Die fährt nämlich, wenn es für den Wartenden richtig dicke kommt, gar nicht…

Und obwohl es gerade mal ein Monat her ist, dass uns die Regierung vor Weihnachtsmärkten und Männern mit langen Bärten warnen wollte, so hat sich in diesem Monat bisher schon viel getan, worüber man sich aufregen konnte. Aber wozu das ganze?! Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe und der Besinnung. Deswegen überlasse ich es mal den anderen sich aufzuregen.

Und egal was ihr feiert, ob den immergrünen Baum, die Wintersonnenwende oder den Geburtstag des Messias, egal von wem ihr euch beschenken lässt, ob vom Weihnachtsmann, Christkind oder Väterchen Frost, wünsche ich all meinen treuen Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2011!

Ich bedanke mich hier nochmal für die gespendete Aufmerksamkeit und für Kommentare, die ihr hier in diesem Jahr hinterlassen habt. Genießt die Ruhe, das Beisammen sein mit den Liebsten und die Lichter in der Nacht.

Wir lesen uns dann spätestens im nächsten Jahr. Bis dann.

Welcome to the Jungle

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Von drauß vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr… oder auch nicht. Jedenfalls mutet uns dies das derzeitige Wetter vor der Haustür zu, welches sich nicht wirklich zwischen Schneefall und Tauwetter entscheiden kann. Besonders schön soll morgen werden: Zwischen Schnee, Schneeverwehungen, Schneeregen, Regen und Glatteis soll alles drin sein. Da jauchzet und frohlocket doch ein Jedermann, der bedenkt, dass man mir doch erst gestern ein Pedalarm kaputt gemacht hat und ich deswegen morgen, wie heute auch schon, höchstwahrscheinlich zur Schule laufen darf. Dabei hatte ich mein Fahrrad doch nur einem Kollegen, und das sogar ganz ohne weihnachtlichen Hintergedanken, verliehen, der es dringend brauchte. Ich weiß, ich bin ein schlimmer Mensch…

Aber nicht nur mir scheint in diesen Tagen der Unmut praktisch ins Gesicht geschnitzt zu sein. Zwar weiß ich nicht, wie das an anderen Orten aussieht, aber an unserer Schule ist nicht viel von der, in dieser Zeit angeblich aufflammenden, weihnachtlichen Stimmung zu spüren. Es herrscht an einigen Stellen gar eine müde und gereizte bis bissige Stimmung. Es mag vielleicht an der derzeitigen Klausurphase liegen, aber schlechte Laune wurde anscheinend zum Volkssport ausgerufen oder man keift sich privat um die Wette. Dazu kommt noch hinzu, dass eigentlich alle bemängeln, kein Geld mehr zu haben.

Ist ja schließlich bald Weihnachten.

Zum Glück sind aber zur Zeit eher die Müdigkeit und die Erschöpfung in der klaren Mehrheit. Aber wenn wundert das schon, in einer Schule?!

Dabei sind es noch nicht mal mehr die Schüler, die da mal wieder, aus der Schülersicht, allein den menschlichen Part einer Schule Stellen müssten, sondern die Lehrer beweisen Mal wieder eindrucksvoll, dass auch sie nur Menschen sind. Da gibt es Lehrer, die doch tatsächlich vergessen sich bei der Schule abzumelden, wenn sie es tatsächlich krank geworden sind, während der entsprechende Kurs auf ihren Lehrer wartet, weil sie zu dem Zeitpunkt eigentlich eine Arbeit schreiben sollte. Andere wiederum schleichen sich kreidebleich und und so geschwächt durch das Schulgebäude, dass jeder andere in dem Zustand zu Hause geblieben wäre. Dabei ist es sogar egal, dass der Unterricht Kreislauf bedingt nur noch im Sitzen abgehalten werden kann und der Lehrer zu Witzen über das angeblich noch nicht erreichte Alter und Rollstühlen verleitet wird. Was tut man nicht alles für seine Schüler, damit sie was ordentliches lernen. Beides nicht gerade hilfreich gegenüber gereizten Personen.

Wiederum andere Lehrer wissen nicht mehr, wie ihnen eigentlich geschieht. So hat zum Beispiel ein Religionslehrer unserer Tage, der alte Fuchs möge es mir verzeihen, sonst immer an unserer Schule für langweilige „lehrreiche“ und seitenlange aufschlussreiche Analysieraufgaben á la Deutschklausur (‚Stillarbeit‘ natürlich mit einbezogen) gefürchtet bekannt, sich zur Weihnachtszeit nun der Passion Christi als Unterrichtsthema zugewendet, schaut sich mit den Kursen dazu einige Bilder an und als Hausaufgabe soll nur etwas gelesen werden. Da kann doch etwas nicht stimmen! Oder durchdringt jetzt gerade tatsächlich der Weihnachtsgedanke diese Leute, wo man es am wenigsten erwartet hat?! Zum Glück werden diese vorweihnachtlichen Paranoia dadurch getrübt, dass er zu einer öffentlichen, aber freiwilligen Gehirnwäsche „Findungsreise“ zu einem Kloster eingeladen hat, die den geneigten Teilnehmer ein halbes Schülervermögen Selbstbeteiligung kostet. Dafür bekommt man immerhin auch das Kloster von außen zu Gesicht, hat er uns jedenfalls versprochen. Rein soll man da angeblich nicht können.

Einige reagieren zur Zeit sogar gereizt darauf, dass solche Internetseiten wie das bekannte SchülerVZ und ähnliche durch ein neues Gesetz eventuell im neuen Jahr abgeschaltet werden können. Sie bangen um ihre über all die Jahre ordentlich gepflegten und immer stets aktuell gehaltenen Profilseiten. Selbst viele Schüler sind nicht gerade glücklich über das bevorstehende Gesetz.

Aber dass ich morgen wieder zu Fuß in aller Früh durch das bestimmt miese Wetter aus Schnee, Schneeverwehungen, Schneeregen, Regen, Glatteis und „Hastdunichtgesehen“ mehrere Kilometer zur Schule zurücklegen muss, bedenkt mal wieder keiner. Wäre ich nicht so müde, wäre ich deswegen bestimmt jetzt auch gereizt.

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