Montag: Fahrradbesichtigungstour

Nachdem wir nun in den letzten Einträgen sozusagen einige Grundlagen für das Verständnis polnischer Wörter und Zahlen gelegt haben, wird einem natürlich bestimmt auch auf einer Tour einmal hungrig. Checken wir deswegen einmal die kulinarische Seite des östlichen Nachbarn einmal ab.

Informationen zum Teil wegen Zeitmangels heute von der Wikipedia übernommen.

Generell gilt:

Fleisch (mięso), insbesondere Schweinefleisch und Rindfleisch, ist von großer Bedeutung. Im Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch hatte Polen jahrelang eine weltweite Spitzenposition inne, bis es von den USA abgelöst wurde.

Das zeichnet sich auch in der polnischen Küche nieder. Doch Vegetarier brauchen keine Angst zu haben. Da Polen immer noch ein sehr katholisches Land ist, finden sich auch genauso viele Gerichte aus oder mit Fisch (ryba).

Hier mal eine kleine, unvollständige Liste einiger polnischen Spezialitäten:

Die Kiełbasa Krakowska – Natürlich ist sie das erste woran man denkt, wenn man an Krakau denkt: die Krakauer Wurst. Da sie sich aber auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut, muss ich hier wohl nichts mehr dazu sagen. Ja doch: Die Maße und ein paar kleine Feinheiten im Unterschied zu den aus Deutschland bekannten „Krakauern“ können doch zu einigen Irritationen bei Touristen führen. Aber keine Angst, Krakauer, also jetzt die Leute, sollten wissen, was eine richtige Krakauer Wurst ausmacht.

Bigos – polnisches Nationalgericht; Schmoreintopf aus Sauerkraut und Weißkohl, mit mehrerlei Fleisch (Rind, Wild, Schwein) und verschiedenen Wurstsorten, mit Waldpilzen und getrockenen Zwetschgen, Pfeffer, Piment, Lorbeer, Majoran, Kümmel, Tomatenmark und einem Schuss Rotwein verfeinert. Das Gericht ist jahrhundertealt, wird wegen seiner Haltbarkeit geschätzt und besonders gern im Winter gekocht und gegessen.
Vom Aussehen her nicht gerade das appetitlichste Gericht. Den ‚Krauts‘ aus Deutschland sollte es aber schmecken.

Pierogi – („Piroggen“); polnisches Nationalgericht; halbrunde Teigtaschen mit verschiedenartigen Füllungen. Man sollte nur halt wirklich aufpassen, was da einem als Füllungen angeboten werden.

Barszcz – polnisches Nationalgericht; klare tiefrote Suppe aus vergorener Rote Bete(burak ganz oder buraczki zerkleinert). Gerne auch mit Kroketten(Krokiety).

Żur – typisch polnisches Gericht; säuerlich-würzige Suppe aus vergorenem Mehl, mit Majoran und unterschiedlichen Zutaten wie gekochten Eiern(jajko), Kartoffeln(ziemniaki) und Wurst(kiełbasa). Und wenn ich ‚unterschiedlichsten‘ meine, meine ich auch ‚unterschiedlichsten‘. Da es auch ursprünglich ein Arme-Leute-Essen war, findet man fast alles, was man in der (polnischen) Küche finden kann auch wahlweise in diesem Gericht.

Zrazy – gefüllte und geschmorte Fleischwickel, meist aus Rindfleisch. In die Füllung können Salzgurken(ogórek), Zwiebeln, Speck, Senf und andere Zutaten gegeben werden. Also im Grunde die aus Deutschland bekannte Rinderroulade.

Gołąbki – („Täubchen“); geschmorte oder gebackene Kohlrouladen aus Weißkohl, mit Gehacktem und Reis oder Buchweizen gefüllt, häufig mit Tomatensoße oder Pilzsoße gereicht.

Kluski śląskie – („Schlesische Kartoffelklöße“) stammen aus Oberschlesien. Ihr Teig wird aus Mehl und gekochten Kartoffeln bereitet und vor dem Kochen zu abgeflachten Kugeln geformt. Persönlich eines meiner Lieblingsgerichte, deswegen auch nur wärmstens zu empfehlen 😉

Kluski czarne – („Schwarze Klöße“) Ähnlich wie die ‚Kluski śląskie‘, nur dass dem Kloßteig mindestens ein Drittel roher geriebener Kartoffeln beigemengt wird. Dadurch erhalten sie ihre typisch dunklere Farbgebung.

Makaron – („Nudeln“) Wie Nudeln halt sind, entweder als Hauptgericht oder als Beilage zu Suppen oder ähnlichen Gerichten.

Ryż – („Reis“) Hier gilt dasselbe, wie für die Nudeln oben.

chleb – Brot. Darunter gehört auch ‚chleb zwykły‘ (Weizenmischbrot), ‚chleb biały‘ (Weißbrot), ‚chleb razowy‘ (Vollkornbrot), ‚bułka‘ (Brötchen) und ‚rogal‘ oder ‚rogalik‘ (Hörnchen).

ciasto – Kuchen, wird in Polen fast täglich zu allen möglichen Anlässen gegessen – auch ohne Anlass.

Sernik – Käsekuchen, aus Weißkäse, häufig mit Schokoladenglasur.

Makowiec oder Makownik – traditioneller Mohnkuchen aus Hefe- oder Mürbeteig und Mohnmasse; als glasierter Wickelkuchen (Weihnachtstradition) oder als Blechkuchen.

Mazurek – traditioneller Mürbekuchen mit Marmelade unter einem Teiggitter und/oder Glasur (Ostertradition).

Babka – klassischer großer Hefekuchen mit Glasur (Ostertradition); auch Bezeichnung für kleinere Napfkuchen.

Placek – Streuselkuchen oder Blechkuchen, meist als Hefe- oder Mürbekuchen mit Obst oder Rosinen.

Murzynek – Schokoladenrührkuchen mit Schokoladenglasur.

Kołacz – runder Hefekuchen mit Käse- und/oder Mohnfüllung, ursprünglich ein brotartiges slawisches Festgebäck.

Keks – schwerer Rührkuchen mit Trockenfrüchten und Nüssen, meist zu Weihnachten.

Piernik – Kuchen aus Lebkuchenteig und Nüssen, häufig mit Füllung, ebenfalls vorwiegend zu Weihnachten.


woda – Wasser, herbata – Tee und kawa – Kaffee, no big deal.

Polen gilt auch als Land der Biere. Bier (piwo) wird nach verschiedenen Brauarten gebraut, beliebter sind die weniger herben Sorten. Fast jede größere Stadt hat eine eigene Brauerei. Hinzu kommen Traditionsbrauereien, von denen einige auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken. Bekannte Marken sind u.a. Żywiec, Okocim, Piast, Warka, Lech, Tyskie, EB. Sehr beliebt, vor allem bei Frauen, ist es, Bier mit einem Fruchtsirup gemischt zu trinken. Bier mit Cola gemischt ist hingegen eher unbekannt. 2005 betrug der durchschnittliche Bierkonsum 80,4 Liter pro Kopf.

Wein (wino) wird seltener getrunken als Bier und hat nicht denselben Status wie Wodka. Bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte der Weinhandel in Polen zu den Domänen jüdischer Kaufleute, später dann zu den Domänen der kommunistisch-sozialistischen Führung bis zur Wende.

Wódka – Muss ich da noch was erklären? Polen ist das Ursprungsland des klaren „Wässerchens“ und wird dort auch pur getrunken, wie die meisten alkoholischen Getränke. Es ist nicht üblich, Wodka aus winzigen Schnapsgläschen zu trinken, wie es die Deutschen zum Beispiel tun. Vielmehr werden 50- bis 100-Milliliter-Gläser bevorzugt.
Deswegen sei hier nochmal vor einer möglichen Alkoholvergiftung gewarnt. Gerade bei einem Urlaub, pardon: Studienreise, in einem fremden Land ist die Gefahr sich zu übernehmen doch relativ hoch. Wenn ihr trinkt, tut es bitte mit Bedacht! Ich glaube, auch die Lehrer werden wenig Freude haben, euch in einem Krankenhaus zu besuchen.


Zu guter Letzt möchte ich nochmal den Laktoseintoleranten gedenken:

mleko – Milch

ser – Käse

śmietana – schmandartige süße oder saure Sahne

zsiadłe mleko – Sauermilch

Biały ser oder twaróg – („Weißkäse“, „Quark“); schnittfester, dem Hüttenkäse ähnlicher Frischkäse, der vielfach noch in Hausproduktion hergestellt wird

Oscypek – ein geräucherter Hartkäse aus Schafsmilch, nur in der Tatra (Südpolen) hergestellt

Bryndza – Frischkäse aus Schafsmilch

Ser bałtycki und Ser zamojski – („Ostsee-Käse“ und „Zamość-Käse“); zwei Beispiele für Schnittkäse aus Kuhmilch.


Liste wird bei Bedarf weitergeführt.

Advertisements