Sobota – Samstag, Przyjazd – Ankunft
Ich sträube mich ja immer noch vor dem Gedanken, dass mein Sowi LK wirklich vor hat am kommenden Samstag nach Krakau zu fliegen. Was mir Sorgen macht ist aber nicht die Tatsache, dass wir fliegen, sondern wann: 8:15 Uhr ab Dortmund! Das heißt: Abfahrt von der Schule um 4:45Uhr, Treffen noch davor. Wir wollten ja schließlich „so schnell wie möglich“ da sein. Dafür, dass der Flug an sich gerade mal eine Stunde dauert…

Seis drum. Haben wir halt mehr von unserer Kursfahrt. Andererseits muss ich mich jetzt schon mental dafür wappnen, schon früh morgens auf der Busfahrt mit einer Runde „Was-heißt-wie-auf-Polnisch“ konfrontiert zu werden. Natürlich hoffe ich, dass die anderen genauso wie ich um 5(!) Uhr morgens noch genauso müde sein werden wie ich, aber ich rechne mal mit dem Schlimmsten.

Fangen wir deswegen jetzt schon eine Woche vorher damit an und legen dem interessiertem Leser hier mal die erste Hürde der polnischen Sprache vor die Füße: das polnische Alphabet.

Das polnische Alphabet besteht aus 32 Buchstaben und lautet vollständig:

A, Ą, B, C, Ć, D, E, Ę, F, G, H, I, J, K, L, Ł, M, N, Ń, O, Ó, P, R, S, Ś, T, U, W, Y, Z, Ź, Ż.

Dem aufmerksamen Leser wird bestimmt sofort aufgefallen sein, dass sich dieses Alphabet mit seinen 32 Buchstaben sowohl von dem deutschen als auch dem ursprünglich lateinischem Alphabet an einigen Stellen unterscheidet. Klar, es fehlen zum Beispiel die deutschen Umlaute äöü. Aber darüber hinaus kommt es aber auch ohne die Buchstaben Q,V und X aus. Und das ist auch der erste Stolperstein mit dem Fremd-Sprachler zu kämpfen haben. Vor allem die Laute, die es so in Deutschland nicht gibt müssen erst mal erlernt werden.

Hier folgt deswegen zur ersten Erläuterung eine kleine Anleitung, wie man als Deutscher am besten mit den unbekannten Lauten umgehen sollte. Nicht erwähnte Buchstaben sollten in Wörtern so behandelt werden, wie es schon aus der deutschen Sprache bekannt ist.

Ą – Auf den ersten Blick nur ein A mit einem Hacken unten rechts, auch Ogonek (poln. Schwänzchen) genannt. Aber schon dieser Buchstabe hat es in sich. Wer von sich behaupten kann, Französisch gehabt zu haben, der kann sich hier glücklich schätzen, da es diesen Laut auch ähnlich im Französischem gibt. Seine Aussprache entspricht nämlich in etwa dem französischen „en“. Für die anderen, ohne frankophonem Hintergrund, wird der Laut dadurch erzeugt, dass man den beim normalen a flachliegenden Zungenrücken anhebt, bis der Laut nasal klingt und in Richtung o kippt. Nasal bedeutet nichts anderes, als dass der Laut nicht nur durch den Mund-, sondern auch im Nasenraum erzeugt wird. Beim Sprechen klingt der Laut ähnlich wie im deutschen das au, nur dass das U durch den Rachen eingeengt worden zu sein scheint.

Ć – Ein C mit einem Strich oben drauf. Spricht man wie ‚tch‘, wie zum Beispiel in ‚Entchen‘.

Ę – Ein E mit Ogonek. Und auch der zweite Nasale Buchstabe im polnischen Alphabet. Keine Angst, es gibt nur zwei davon 😉 Im Gegensatz zum Ą liegt dieser aber zwischen dem Buchstaben E und leicht Richtung O. Aussprach-Technik ist ansonsten die Gleiche. Franzosen orientieren sich am Beispielwort ‚main‘.

Ł – Ein L mit Querstrich. Deutschen habe ich bisher immer geraten diesen Laut, wenn es geht, zu umgehen. Soweit ich weiß gibt es diesen Laut auch nur im Polnischen und ist dementsprechend nicht mehr ganz so einfach, schon gar nur schriftlich wie ich es hier versuche, beizubringen. Wer es trotzdem wagen will: Versucht mal ein L zu sprechen, nur ohne die Zunge zu benutzen.

Ń – Ein N mit Akut. Spricht sich wie das einfache N, nur dass der Zungenrücken dazu noch angehoben wird. Klingt ähnlich wie wenn man ’nj‘ sprechen würde.

Ó – O mit Akut. Für die Deutschen einfachste Übung: spricht sich nämlich wie U. Wirklich, mehr ist es nicht. Wird im Polnischen auch als ‚U zamknięte‘ (geschlossenes U) bezeichnet. Der einzige Unterschied zwischen Ó und U besteht in der Orthographie und ist der polnischen Deklination einiger Wörter geschuldet. An einer anderen Stelle vielleicht mehr dazu.

S – Ein Buchstabe, mit dem gerade die Deutschen im internationalem Vergleich eher schlampig umgehen. Alleine die verschiedenen Formen, die die deutsche Sprache aufweist: s, ss, ß(historisch aus dem Konstrukt aus sz hervorgegangen) oder das sch und weitere Formen sind dabei nur der Anfang. Die Deutschen besitzen noch verschiedene „Härtegrade“ für ihr S. Nehmen wir als Beispiel nur die beiden Wörter Sahne und Song. Sahne – hartes S. Song – weiches S. Touristen, die in Polen unterwegs sind verwenden bitte nur das weiche S. Das „harte S“ ist dort nämlich für den polnischen Buchstaben Z reserviert.

Ś – S mit Akut. Wird wie das ‚ch‘ im deutschen Wort ‚ich‘ gesprochen.

Y – Wird im polnischen IMMER wie ein E ausgesprochen, NIE wie ein I, wie es die Deutschen tun…

Z – Wie beim S oben schon angedeutet wurde wird dieser Buchstabe im polnischen wie ein hartes S ausgesprochen, beispielsweise wie im Wort ‚Sahne‘. Wer den deutschen Laut des Buchstaben Z vermisst, findet diesen in der polnischen Sprache beim Buchstaben C.

Ź – Ein Z mit Akut. Wie soll ich Deutschen nun ein Ź erklären? Oder das Ż, ein Z mit Punkt?! Sagen wir es so: Es kommt dem polnischen Z schon nahe, sonst würde es ja nicht ähnlich aussehen. Aber: es ist doch anders 😉
Lustigerweise wird aber in und um Krakau herum der so genannte Krakauer-Dialekt gesprochen. Und in diesem Dialekt werden die beiden Buchstaben Ź und Ż einfach wie das polnische Z ausgesprochen. Solange man sich also nur um Krakau herum bewegt, wird man als unerfahrener deutscher Tourist mit dem etwas an hier geliefertem Wissen durchaus zurecht kommen können.

Für eine weitere und ausgewogene Erforschung der Aussprache empfiehlt sich auch die Seite von Wikibooks. Diese wird dem interessiertem Leser als weitere Übung bereitgestellt. Dort werden auch Übungen mit Lösungen angeboten!

Weitere Laute:
SZ – Gehört zwar nicht zum Alphabet, da es aus zwei Buchstaben besteht, verhält sich aber halt so wie das deutsche ’sch‘. Spricht man nämlich auch genauso.

CZ – Spricht man wie ‚tsch‘ aus.

Damit sind jetzt vielleicht die einzelnen Buchstaben mehr oder weniger geklärt. Aber um wirklich alle Laute und Kombinationen durch zu gehen fehlt es hier einfach an Platz und Lust meinerseits und würde auch jeden Rahmen sprengen. Einzelne Beispiele, die in den nächsten Einträgen noch kommen sollten müssen hierfür für einen einwöchigen Trip einfach ausreichen.

Für die Alltagssituationen sind aber nur Beispiele in Wörtern nur wirklich hilfreich. Allzeit brauchbare Wendungen für den ersten Kontakt sind auf dieser Seite wirklich gut aufbereitet und werden daher des Weiteren deswegen als Bekannt vorausgesetzt.

Weitere, wahllos ausgewählte Wörter in Polnisch – Deutsch:

Dzień dobry – Guten Tag
Dobry wieczór – Guten Abend
jak się masz? – Wie gehts’s?
Kraków – Krakau
Polska – Polen
Warszawa – Warschau
Wrocław – Breslau
schronisko – Herberge
noclegi – Übernachtungen
zamek – Burg
restauracja – Restaurant
śniadanie – Frühstück
obiad – Mittagessen
kolacja – Abendessen
piwo – Bier
dzień – Tag
noc – Nacht
samolot – Flugzeug
lotnisko – Flughafen
Nacktscanner lasse ich hier mal als weitere Übung dem interessiertem Leser überlassen.

Und falls noch jemand Angst haben sollte, dass wir am Flughafen eventuell Nacktscanner antreffen sollten, hier gibt es tolle Fashion-Tipps:

Ich versichere euch: Das wird noch eine „lustige“ Reise…

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