W niedziele jedziemy do Oświęcimia – Am Sonntag fahren wir nach Auschwitz…
Nein, diesmal sind nicht die Nazis schuld. Unser Leistungskurs fährt am Sonntag wirklich nach Auschwitz. Dabei möchte ich nochmal darauf Aufmerksam machen, dass man Auschwitz wirklich nur mit einem S schreibt! Leute, die daraus ein eklatantes Ausschwitz machen, ernten von mir nur abtrünnige Verachtung. Denn mit Ausschwitzen hat das bei weitem nichts zu tun.

Dabei war Auschwitz nach dem Krieg unbegreiflich und ist es deswegen bis heute noch geblieben und sollte deswegen von jedem einmal im Leben besucht werden. Immerhin offenbart sich dort das dunkelste deutsche Kapitel.
Auf der anderen Seite ist es aber auch spannend, wie die Überlebenden mit dem Mythos Auschwitz umgehen. Am bekanntesten sollte immernoch der ‚Survivor‘ sein, der in den bekanntesten KZs zu Gloria Gaynors ‚I Will Survive‘ zusammen mit seinen Enkeln kunstvoll tanzt.

Es gibt Leute, die finden es nicht in Ordnung, wenn Leute in Auschwitz und in den anderen KZs tanzen, aber hey, er war dort inhaftiert und hat überlebt. Lasst ihn tanzen.

Auschwitz wird aber nur den ersten Teil des Tages ausmachen. Dadurch werden meine MitschülerInnen natürlich dazu kommen ihre Sprachanfänge vom Vortag weiter auszubauen. Und da kommen wir auch nun zum zweiten Stolperstein der polnischen Sprache: Die Grammatik.

Machen wir es kurz: Ich blicke selbst nicht wirklich durch. Denn wirklich ALLES wird im polnischen irgendwie zu jeder bestimmten Situation gebeugt und dekliniert. So verzweifeln Deutsche gerne während eines Aufenthaltes in Polen, wenn sie hören, was sie im Laden sagen sollen, um Brötchen zu kaufen: “Ich hätte gern ein BUŁKA (Brötchen)“ aber „Ich hätte gern 2 BUŁKI (Brötchen)“ oder „Ich hätte gern 5 BUŁEK (Brötchen)“. Nur, um eine Form der Pluralbildung zu erwähnen. Und wenn darüber hinaus der Eigenname auf polnisch dekliniert wird…

Erfahrene Latinisten hätten bestimmt ihren Spaß daran. Ich bin aber nicht in der Lage zu beschreiben, warum ich was wie auf Polnisch gebeugt oder dekliniert habe. Sowas mache ich grundsätzlich aus dem Bauchgefühl – und Polen versichern mir auch immer wieder, dass es sich bei mir dann auch genauso danach anhört. Ich bin hier also wirklich keine große Hilfe. Interessierten Lesern empfehle ich also sich selbst einmal durch zu wühlen durch die polnische Grammatik oder danach zu googeln. Viel Spaß.

Schwenken wir deswegen einfach auf was einfacheres. Das Zählen [in Klammern die annähernde Aussprache]:

0 zero [sero]
1 jeden [jädän]
2 dwa [dwa]
3 trzy [tsche]
4 cztery [tschtäre]
5 pięć [pjäntsch]
6 sześć [schäschtsch]
7 siedem [schädäm]
8 osiem [oschjäm]
9 dziewięć [dschjäwiäntsch]
10 dziesięć [dschjäschentsch]

Wer nochmal ganz sicher gehen will, der kann hier nochmal seine Bemühungen bei den Zahlen 1-10 dank Audio selbst überprüfen.

11 jedenaście [jädänaschjä]
12 dwanaście [dwanaschjä]
13 trzynaście [tschenaschjä]
14 czternaście [tschtärnaschjä]
15 piętnaście [pjätnaschjä]
16 szesnaście [schäsnaschjä]
17 siedemnaście [schädämnaschjä]
18 osiemnaście [oschjämnaschjä]
19 dziewięnaście [dschjäwiänaschjä]
20 dwadzieścia [dwadschjäschtscha]

Dann wird es einfacher…
21 dwadzieścia jeden
22 dwadzieścia dwa
23 dwadzieścia trzy
30 trzydzieścia
40 czterdzieścia
etc. pp….

Im vergangenen Eintrag hatten wir den Laut ‚dz‚ noch nicht besprochen. Diesen spricht man im Polnischen ähnlich aus wie der ersten Laut aus dem Wort „Dschungel“.

Das war ja noch einfach. Wagen wir uns deswegen nun auf etwas schwereres: die Uhrzeit.

Frage:
Wie viel Uhr ist es? – Która jest godzina?

Antwort:
Es ist fünf Uhr – Jest godzina piąta oder Jest piąta godzina

(wird aber selten gebraucht, weil es einfach zu lang ist und klingt auch irgendwie künstlich. Deswegen wird in der Umgangssprache die Kursform gewählt:)
(Jest) piąta

Hier ganze Ausdrücke (Zahl als Ordnungszahl dekliniert als Nominativ und mit Endung von Femininum)

Es ist ein Uhr – Jest pierwsza (godzina)

Es ist zwei Uhr – Jest druga

Es ist drei Uhr – Jest trzecia

Es ist vier Uhr – Jest czwarta

Es ist fünf Uhr – Jest piąta

Es ist 6 Uhr – Jest szósta (hier aufpassen auf die polnische Rechtsschreibung!)

Es ist 7 Uhr – Jest siódma (hier auch – sind zwei Ausnahmen – ó anstatt u)

Es ist 8 Uhr – Jest ósma (wie oben)

Es ist 9 Uhr – Jest dziewiąta

Es ist 10 Uhr – Jest dziesiąta

Es ist 11 Uhr – Jest jedenasta

Es ist 12 Uhr – Jest dwunasta

Es ist 13 Uhr – Jest trzynasta

Es ist 14 Uhr – Jest czternasta

Es ist 15 Uhr – Jest piętnasta

Es ist 16 Uhr – Jest szesnasta

Es ist 17 Uhr – Jest siedemnasta

Es ist 18 Uhr – Jest osiemnasta

Es ist 19 Uhr – Jest dziewiętnasta

Es ist 20 Uhr – Jest dwudziesta

Es ist 21 Uhr – Jest dwudziesta pierwsza

Es ist 22 Uhr – Jest dwudziesta druga

Es ist 23 Uhr – Jest dwudziesta trzecia

Es ist 24 Uhr – Jest dwudziesta czwarta

Ich weiß, fürs erste ist es sehr viel, aber nur Übung macht den Meister 😉

Noch eine Anmerkung zu Auschwitz: Bevor man nach Krakau fährt sollte man sich, wenn es geht, sich noch einmal vorher den Spielfilm ‚Schindlers Liste‘. Ich war zwar noch nie vorher in Krakau, da aber Spielbergs Film zum großen Teil in der Stadt und auch in einer Szene im KZ Auschwitz-Birkenau spielt, kann sie meiner Meinung nach als begleitende mediale Reisevorbereitung durchaus nicht schaden.

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