Zeiten kommen, Zeiten gehen

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Da bin ich wieder und versuche nun mein Blog wieder, auch auf Wunsch vereinzelter Leser, aus der Versenkung zu holen. Denn Zeiten kommen, Zeiten gehen. Viel ist nämlich passiert seit dem letzten Eintrag, nicht nur bei mir persönlich. Ob es nun die plötzliche Atomwende, der revolutionäre Frühling, der zum Beispiel Spanien erreicht hatte, die Griechenlandrettung oder Ehec war, die Nachrichten hatten in den letzten Wochen ihre Themen gefunden. Alleine heute gab es mit der Fußball-WM im eigenen Land, der lang angebahnten, heute beginnenen Staatskrise in Deutschland oder die polnische Ratspräsidentschaft, die nun heute angefangen hat, 3 Top-Themen, mit denen sich ganze Blogs füllen lassen könnten.

Apropos Polen: Auch mit privatem Zeug könnte man hier den ein oder anderen Blogpost füllen. So wird sich der interessierte Leser bestimmt noch daran erinnern, dass die letzten Beiträge hier über die damals bevorstehende Kursfahrt nach Krakau handelten.
So viel sei gesagt, Krakau ist eine junge und vor allem belebte Stadt, die sich jederzeit für einen Besuch lohnen würde. Dementsprechend war auch die Woche dort ein voller Erfolg. Immerhin hatte ich die Chance, Leuten Polen näher zu bringen, die wohl sonst nie von alleine dahin gekommen wären. Warum wir aber noch kein Kursfahrt-Nachtreffen gemacht haben, wie die anderen Leistungskurse es schon gemacht haben, bleibt mir schleierhaft.

Ebenfalls schleierhaft bleibt mir immer noch dieser riesiger Hype, der zur Zeit um das neuste Projekt von Google gemacht wird. Nicht nur, dass der Name „Google+“ relativ unglücklich gewählt wurde, das angebliche „Facebook-Killer-Feature“ sollen

Kreise

sein… Also alleine damit sollte Google+ keine großartige Zukunft bevorstehen. Immerhin handelt es sich hierbei schon um den VIERTEN (in Zahlen: 4.) Versuch Googles ein ‚Social Network‘ zu errichten. Dazu kommt, dass das Portal immer noch in der geschlossenen Beta ist. Heißt: Alles, was man darüber lesen oder hören kann, ist entweder von Google gut bezahlt oder lehnt sich nur an dessen PR-Nachrichten. Fundierte Berichterstattung sieht anders aus. Das es außerdem gestern wohl einige Internetnutzer geschafft haben sich über einen kurzzeitigen Bug auf dem Netzwerk zu registrieren, zeigt, dass auch unsere Beliebte Datenkrake noch Startschwierigkeiten haben wird. Wie man sieht, auch ein Thema, worüber man ruhig noch einen Post schreiben könnte.

Zu Schwierigkeiten der etwas anderen Art kam es indes vor ein paar Wochen bei der Verleihung des Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2011. Die CDU hatte wohl vorher nicht gut genug recherchiert, bevor sie Georg Schramm dort den Ehrenpreis verleihen wollten. Kaum verwunderlich hatte er nämlich den Rahmen dieser Verleihung genutzt, um Kabarett vom Feinsten abzuliefern, auch auf Kosten der Zuschauer.

„Arschloch“, Aufhören“ oder „Sauerei“, das sind einige der Reaktionen auf den Auftritt von Georg Schramm im Europa-Park. Hintergrund: Der Kabarettist nimmt sich die CDU vor.

„Eine Landesregierung, die nicht in der Lage ist, einen Pflasterstein von einer Kastanie zu unterscheiden, hat nichts anderes verdient, als in den Orkus der Bedeutungslosigkeit gestoßen zu werden“

Im Grunde eine gelungene Rede zur Lage der CDU:

Also empört euch. Ich werde dies auch tun, bald auch hier nachzulesen. Denn ihr wisst ja, Zeiten kommen, Zeiten gehen.

Czwartek: Kazimierz

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Wie die Zeit der Vorfreude verflogen ist…

Und während sich nur noch mehr oder weniger Kurse sich auf ihre Kursfahrt freuen (bei uns im Kurs freuen sich natürlich alle tierisch auf die Fahrt) sind es nur noch einige Stunden bis zur Fahrt. Mein Taxi für morgen früh habe ich auch gerade eben bestellt – hoffentlich kommt aus auch um 4 Uhr morgens.

Da mir nun nicht mehr viel Zeit bleibt, möchte ich deswegen noch einmal die fehlenden Dinge zum Thema Zeit hier nach reichen:

Januar – styczeń

Februar – luty

März – marzec

April – kwiecień

Mai – maj

Juni – czerwiec

Juli – lipiec

August – sierpień

September – wrzesień

Oktober – październik

November – listopad

Dezember – grudzień

Da die Deklination im Polnischen, wie ich ja schon mal erwähnt hatte, etwas schwieriger ist für Anfänger, findet ihr hier noch weitere Formen, die man gebrauchen könnte:

im Januar – w styczniu

im Februar – w lutym

im März – w marcu

im April – w kwietniu

im Mai – w maju

im Juni – w czerwcu

im Juli – w lipcu

im August – w sierpniu

im September – we wrześniu

im Oktober – w paźdzerniku

im November – w listopadzie

im Dezember – w grudniu


Am 2. (zweiten) Januar – 2 (drugiego) stycznia

Am 2. Februar – 2 lutego

Am 2. März – 2 marca

Am 2. April – 2 kwietnia

Am 2. Mai – 2 maja

Am 2. Juni – 2 czerwca

Am 2. Juli – 2 lipca

Am 2. August – 2 sierpnia

Am 2. September – 2 września

Am 2. Oktober – 2 października

Am 2. November – 2 listopada

Am 2. Dezember – 2 grudnia


der 2. (zweite) Januar – 2 (drugi) stycznia

der 2. Februar – 2 lutego

der 2. März – 2 marca

der 2. April – 2 kwietnia

der 2. Mai – 2 maja

der 2. Juni – 2 czerwca

der 2. Juli – 2 lipca

der 2. August – 2 sierpnia

der 2. September – 2 września

der 2. Oktober – 2 października

der 2. November – 2 listopada

der 2. Dezember – 2 grudnia


den 2. (zweiten) Januar – 2 (drugi) stycznia

den 2. Februar – 2 lutego

den 2. März – 2 marca

den 2. April – 2 kwietnia

den 2. Mai – 2 maja

den 2. Juni – 2 czerwca

den 2. Juli – 2 lipca

den 2. August – 2 sierpnia

den 2. September – 2 września

den 2. Oktober – 2 października

den 2. November – 2 listopada

den 2. Dezember – 2 grudnia

Und da das nun auch (vorerst) der letzte Eintrag dieser Reihe ist, folgt natürlich zum Schluss die Anleitung, wie man sich auf Polnisch richtig verabschiedet:

Do widzenia – Auf Wiedersehen

Do zobaczenia – Auf Wiedersehen

Do usłyszenia – Auf wiederhören (bei telefonischen Gesprächen)

Pa! oder Pa,Pa! – Tschüß (salop, bei guten Freunden, am meisten durch Frauen gebraucht )

Na razie – Bis dann, bis nahher (salop, nur bei Bekannten, Freunden – wird NIE bei offizielen Gesprächen verwendet)

Nara – Bis dann (wird von Jugendlichen als Umgangsprache verwendet)

Macht’s gut! – Trzymaj się!


Und da ich mir nun meinen Wecker auf kurz vor 3Uhr gestellt habe und mein Koffer immer noch nicht ganz gepackt ist bleibt mir hier nichts weiter übrig, als euch bei euren Kursfahrten viel Spaß und gutes Wetter zu wünschen.
In diesem Sinne geh ich auch gleich schlafen: dobranoc („Gute Nacht“)

————–

P.s.: Weil ich angefragt wurde (ehrlich jetzt), folgt hier nun noch eine kleine Liste von Beleidigungen auf Polnisch…

Am Sonntag morgen hab ich Zeit. Dann versuch ich drüber zu lachen, OK ? – W sobotę rano mam trochę czasu. Wtedy spróbuję się z tego pośmiać, OK ?

Hast Du einen Bruder ? Einer alleine kann gar nicht so blöd sein! – Masz brata? Jedna osoba nie może być przcież aż tak głupia!

Schau mal im Lexikon unter Arsch nach. Da ist dein Gesicht abgebildet. – Sprawdź w słowniku pod pojęciem dupa. Znajdziesz tam zdjęcie swojej twarzy.

Wenn Dummheit weh tun würde, würdest Du den ganzen Tag schreien. – Gdyby głupota bolała, cały dzień byś krzyczał.

Ich würde dich noch nicht einmal anpissen, wenn du brennen würdest! – Nie obsikałbym cie nawet gdybyś płonął. (von Mann zu Mann)

Es gibt keine Maschine die messen kann wie egal du mir bist! – Nie ma takiej maszyny, która potrafiłaby zmierzyć, jak bardzo jesteś mi obojętny (so nur zu einem Mann)

Du solltest mal den Dealer wechseln – Powinieneś chyba zmienić dealera (zu Mann)

Wenn Du eine Fliege verschluckts hast Du mehr Gehirn im Bauch als im Kopf. – Jeśli połkniesz muchę, to będziesz mieć więcej mózgu w brzuchu niż w głowie.

Dein Kopf ist immer voll. Vorne mit Heu und hinten mit Wasser und wenn es brennt dann brauchst Du nur zu nicken. – Twoja głowa jest zawsze pełna. Z przodu masz siano a z tyłu wodę – jak się zapali wystarczy pochylić się w przód.

Środa: Wieliczka

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Mittwoch: Ein Besuch im Salzbergwerk Wieliczka.
Jetzt kommts: Bevor wir die Reise nach Krakau geplant hatten kannte ich Wieliczka ehrlich gesagt gar nicht. Ich wusste mit dem Namen nichts anzufangen, vor allem weil ich mich bis jetzt nicht großartig für Salzbergwerke interessiert habe. Ich lasse mich also am Mittwoch genauso überraschen wie ihr. Dem interessiertem Leser wird es also hier als Übung frei gelassen, sich hier nun weiter über Wieliczka zu informieren (Wikipedia hat da zum Beispiel einen informativen Artikel).

Da ich also diesmal keine Ahnung habe, bleibt mir nun die Zeit über was anderes, typisch Polnisches zu schreiben:
Schon mal polnisches Fernsehen geschaut? Ich weiß, die wenigsten von euch werden bisher zu der zweifelhaften Ehre gekommen sein. Wenn man aber schon einmal in Polen ist, sollte man sich wenigstens einige Minuten polnisches Fernsehen antun, auch wenn man anfangs vielleicht nicht sehr viel versteht. Das Polnische Fernsehen ist nämlich, wie sagt man es am Besten, etwas eigen.
In Polen ist es nämlich üblich, dass in Kinos oder auf DVD ausländische Filme mit polnischen Untertiteln gezeigt werden. Das heißt, wer die original Sprache, meistens Englisch, beherrscht, kann den Film genauso genießen wie im Original. Alle anderen lesen dann einfach mit. Schlechte Synchronisation wird dadurch einfach ausgeschlossen und die Polen kennen dafür auch noch die richtigen Stimmen aller bekannten Schauspieler. Darüber hinaus kann man, falls man es noch nötig hat, seine Rechtschreibfähigkeiten verbessern😉
Im polnischen Fernsehen hingegen gibt es bei solchen Filmen und Serien grundsätzlich immer einen männlichen „Lektor“. Dieser liest dann einfach den übersetzten Dialog des Filmes ab – mit nur ein und der selben Stimme! Da gibt es, und das ist kein Witz, egal wie viele Leute in der Szene sich da vielleicht unterhalten mögen, einen „Leser“, der alle Sprechparts aller Charaktere übernimmt. Wenn dann zum Beispiel auf einmal 4 oder 5 Leute sich unterhalten, kann dies anfangs doch ziemlich befremdlich wirken.

Der Komiker Kaya Yanar hat sich mal humoristisch damit befasst. Hätte man kaum besser beschreiben können.

Eine richtige Synchronisation, auch Dubbing genannt, wird in Polen eigentlich nur bei Trickfilmen verwendet, damit die Kinder mehr Spaß daran haben. Bei allen anderen Filmen ist es halt eine Sache der Angewohnheit.
Andererseits ist es auch eine Chance für die, die Polnisch nicht wirklich gut können. Da man nämlich auch immer den Originalton im Hintergrund hört, haben auch sie die Möglichkeit dem Geschehen weitestgehend zu folgen.


Und da ich weiß, dass ihr darauf brennt neue polnische zu lernen habe ich hier eine kleine Auswahl von Alltagsgegenständen zusammengestellt:

Lampe – Lampa

Mach das Licht aus! – Zgaś światło

Mach das Licht an! – Zapal światło

Tisch – Stół

Auf dem Tisch – Na stole

Am Tisch – Przy stole

Schreibtisch – Biurko

Auf dem Schreibtisch – Na biurku

Ich arbeite (am Laptop) – Pracuję (na laptopie)

Ich lerne – Uczę się

Schrank – Szafa

Im Schrank – W szafie

Fenster – Okno

Mach das Fenster auf – Otwórz okno

Mach das Fenster zu – Zamknij okno

Tür – Drzwi

Spiegel – Lustro

Fernseher – Telewizor

Schauen wir uns einen Film an? – Obejrzymy jakiś film?

Unter dem Tisch – Pod stołem

Bett – łóżko

(Ich bin) Im Bett – (Jestem) W łóżku

Ich bin müde – Jestem zmęczony (er), Jestem zmęczona (sie)

Küche – Kuchnia

(Ich bin) in der Küche – (Jestem) w kuchni

Ich mache heute das Frühstück für dich – Zrobię dziś dla ciebie śniadanie

(Ich mag) Obst – (Lubię) Owoce

(Ich mag) Gemüse – (Lubię) Warzywa

Was essen wir heute? – Co dzisiaj jemy?

Kühlschrank – Lodówka

Im Kühlschrank – W lodówce

Becher -Kubek

Teller – Talerz

Löffel – Łyżka

Gabel – Widelec

Messer – Nóż

Ich bin hungrig – Jestem głodny (er), Jestem głodna (sie)

Möchtetst du einen Tee/Kaffe? – Herbaty / kawy?

Bad – Łazienka

(Ich bin) im Badezimmer – (Jestem) w łazience

Ich dusche – Biorę prysznic

Waschmaschine – Pralka

Falls ihr noch weitere Fragen zu Wörtern, Aussprechweise oder ähnlichem habt, schreibt mir ruhig in die Kommentare.
Schreibt mir dann doch gleich auch, wie ihr bisher die kleine Polen-Reihe findet und was euch noch fehlt.

Wtorek: Wycieczki

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Dienstag: Stadtführung

Während wir uns letztes Mal mit der kulinarische Seit Polens beschäftigt haben, soll heute nun wieder mehr Wert auf einige sprachlichen Dinge gelegt werden. Bisher habe ich nämlich nur beschrieben, wie man die polnischen Buchstaben ausspricht und was einzelne Wörter auf Polnisch heißen. Eine richtige Unterhaltung oder gar ein längeres Gespräch wird man damit freilich nicht bestreiten können.

Wie es auch in Deutschland üblich ist, so steht auch in Polen bei einem Gespräch meistens die Begrüßung als erste Kontaktaufnahme an erster Stelle. Aber wie begrüßt man jemanden richtig auf Polnisch? Interessierte Leser werden bestimmt schon ihre Übersetzungsmaschine ihres Vertrauens angeworfen haben um dort bestimmt nach einer Übersetzung für das deutsche Wort „Hallo“ zu suchen. Bestimmt sind sie dann auch so auf das Wort ‚Cześć‚ gestoßen. Grundsätzlich ist diese Übersetzung nicht falsch, nur nicht in jeder Situation. Während man hier in Deutschland seinen 80-jährigen Nachbarn oder die Kassiererin an der Kasse mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt, begrüßt man solche Leute in Polen eben nicht mit einem „Cześć“! Warum? In Polen wird es als eine Frechheit angesehen oder mit schlechten Manieren in Verbindung gebracht, wenn man seine/ihre älteren Nachbarn oder andere fremden Personen so begrüßt. Solche Personen begrüßt man in der Regel mit „Dzień dobry„(Guten Tag), „Dobry wieczór“(Guten Abend), oder was die Situation eben abverlangt. Die meisten Polen reagieren auf „Cześć“ in der Regel freundlich und mit Nachsicht. Der falscher Gebrauch von dem Begrüßungswort während eurer Reise nach Polen kann jedoch auch ein Grund für Bestürzung, Verlegenheit oder Verwunderung sein.

Nun, „Cześć“ ist wirklich die passenste Übersetzung für unser „Hallo“. Doch bei den Übersetzungen wird halt nach dieser passensten Übersetzung geschaut, nicht nach kulturellen Differenzen. Wo man das Wort „Cześć“ aber doch benutzen darf, sind die Leute, die man auch wirklich kennt: Familie, Freunde, Bekannte und Ähnliche.

Bei Leuten, mit denen man häufiger zu tun hat, aber die einem nicht wirklich Nahe stehen kann man auch das Wort „Witam“ benutzen. Es bildet sozusagen die Übergangsform zwischen Cześć und Dzień dobry.

Bei der ersten Kontaktaufnahme ist es nun auch vorteilhaft zu wissen, wie man sich auf Polnisch richtig vorstellt. Hier wurde eine kleine Liste mit den wichtigsten Sätzen zum Vorstellen zusammengestellt:

Ich heiße Peter Müller. – Nazywa się Peter Müller.

Ich bin 18 Jahre alt. – Mam 18 lat.

Ich komme aus Deutschland. – Pochodzę z Niemiec.

Ich wohne in Münster – Mieszkam w Münster.

Ich gehe zur Schule. – Idę do szkoły.

Ich bin noch Schüler/Schülerin. – Jeszcze się uczę.

Ich wurde am 01.01.1992 geboren. – Urodziłam się(Frau)/ urodziłem się (Mann) 01.01.1992r. (das ‚r‘ steht für roku, rok heißt Jahr)

Ich arbeite als Journalist, Maurer etc.. – Prację jako dziennikarz, murarz etc..

Ich bin ledig – Jestem stanu wolnego

Ich bin verheiratet – (Frau) Jestem mężatką/ (Mann) Jestem żonaty

Ich bin geschieden – (Frau) Jestem rozwiedziona/ (Mann) Jestem rozwiedziony

Ich habe ein Kind/ 2 Kinder – Mam dziecko/ 2 dzieci


Ich hatte ja schon mal Anfangs dieser Reihe erwähnt, dass die polnische Grammatik gerade Latinisten durchaus Freude bereiten könnte. Da die Grammatik für die Kommunikation aber unerlässlich ist, habe ich mich mal erbarmt und und stelle euch hier eine Liste mit der Konjugation des Verbs „sein“(pol. być) online:

Ich bin – Ja jestem

Du bist – Ty jesteś

Er ist – On jest

Sie ist – Ona jest

Es ist – Ono jest

Wir sind – My jesteśmy

Ihr seid – Wy jesteście

Sie sind – Oni są (Männer und Leute), One są (alles andere), Państwo są (Frauen und Männer gemeinsam)

Beispiele:

„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage!“ – „Być albo nie być, oto jest pytanie!“

Er ist klug: On jest mądry

(Zu Frau) Sie sind so schön!: Pani jest taka piękna!

Du bist mein Schatz: Jesteś moim skarbem.

Beachtet dazu bitte natürlich die Aussprache, die wir ja schon in den früheren Artikeln abgehandelt hatten.

Und da ihr ja nun einiges versteht, habe ich so gut wie keine bedenken, dass ihr ab Samstag in Krakau nicht zurecht kommen würdet. Wer dennoch noch etwas „üben“ will, oder auch nicht, dem lege ich hier mal „ZAMROŻONA WYBOROWA“ ans Herz. Kennt ihr nicht?

Nach 27 Jahren gibt es noch einmal eine Neuauflage des Toten Hosen Gassenhauers “Eisgekühlter Bommerlunder” – auf Polnisch!

Na dann, na zdrowie!

P.s.: „Na zdrowie“ ist der wohl meist benutzte Trinkspruch in Polen und bedeutet so viel wie „Gesundheit“ oder „Zum Wohl“.

Poniedziałek: Wycieczka rowerowa

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Montag: Fahrradbesichtigungstour

Nachdem wir nun in den letzten Einträgen sozusagen einige Grundlagen für das Verständnis polnischer Wörter und Zahlen gelegt haben, wird einem natürlich bestimmt auch auf einer Tour einmal hungrig. Checken wir deswegen einmal die kulinarische Seite des östlichen Nachbarn einmal ab.

Informationen zum Teil wegen Zeitmangels heute von der Wikipedia übernommen.

Generell gilt:

Fleisch (mięso), insbesondere Schweinefleisch und Rindfleisch, ist von großer Bedeutung. Im Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch hatte Polen jahrelang eine weltweite Spitzenposition inne, bis es von den USA abgelöst wurde.

Das zeichnet sich auch in der polnischen Küche nieder. Doch Vegetarier brauchen keine Angst zu haben. Da Polen immer noch ein sehr katholisches Land ist, finden sich auch genauso viele Gerichte aus oder mit Fisch (ryba).

Hier mal eine kleine, unvollständige Liste einiger polnischen Spezialitäten:

Die Kiełbasa Krakowska – Natürlich ist sie das erste woran man denkt, wenn man an Krakau denkt: die Krakauer Wurst. Da sie sich aber auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut, muss ich hier wohl nichts mehr dazu sagen. Ja doch: Die Maße und ein paar kleine Feinheiten im Unterschied zu den aus Deutschland bekannten „Krakauern“ können doch zu einigen Irritationen bei Touristen führen. Aber keine Angst, Krakauer, also jetzt die Leute, sollten wissen, was eine richtige Krakauer Wurst ausmacht.

Bigos – polnisches Nationalgericht; Schmoreintopf aus Sauerkraut und Weißkohl, mit mehrerlei Fleisch (Rind, Wild, Schwein) und verschiedenen Wurstsorten, mit Waldpilzen und getrockenen Zwetschgen, Pfeffer, Piment, Lorbeer, Majoran, Kümmel, Tomatenmark und einem Schuss Rotwein verfeinert. Das Gericht ist jahrhundertealt, wird wegen seiner Haltbarkeit geschätzt und besonders gern im Winter gekocht und gegessen.
Vom Aussehen her nicht gerade das appetitlichste Gericht. Den ‚Krauts‘ aus Deutschland sollte es aber schmecken.

Pierogi – („Piroggen“); polnisches Nationalgericht; halbrunde Teigtaschen mit verschiedenartigen Füllungen. Man sollte nur halt wirklich aufpassen, was da einem als Füllungen angeboten werden.

Barszcz – polnisches Nationalgericht; klare tiefrote Suppe aus vergorener Rote Bete(burak ganz oder buraczki zerkleinert). Gerne auch mit Kroketten(Krokiety).

Żur – typisch polnisches Gericht; säuerlich-würzige Suppe aus vergorenem Mehl, mit Majoran und unterschiedlichen Zutaten wie gekochten Eiern(jajko), Kartoffeln(ziemniaki) und Wurst(kiełbasa). Und wenn ich ‚unterschiedlichsten‘ meine, meine ich auch ‚unterschiedlichsten‘. Da es auch ursprünglich ein Arme-Leute-Essen war, findet man fast alles, was man in der (polnischen) Küche finden kann auch wahlweise in diesem Gericht.

Zrazy – gefüllte und geschmorte Fleischwickel, meist aus Rindfleisch. In die Füllung können Salzgurken(ogórek), Zwiebeln, Speck, Senf und andere Zutaten gegeben werden. Also im Grunde die aus Deutschland bekannte Rinderroulade.

Gołąbki – („Täubchen“); geschmorte oder gebackene Kohlrouladen aus Weißkohl, mit Gehacktem und Reis oder Buchweizen gefüllt, häufig mit Tomatensoße oder Pilzsoße gereicht.

Kluski śląskie – („Schlesische Kartoffelklöße“) stammen aus Oberschlesien. Ihr Teig wird aus Mehl und gekochten Kartoffeln bereitet und vor dem Kochen zu abgeflachten Kugeln geformt. Persönlich eines meiner Lieblingsgerichte, deswegen auch nur wärmstens zu empfehlen😉

Kluski czarne – („Schwarze Klöße“) Ähnlich wie die ‚Kluski śląskie‘, nur dass dem Kloßteig mindestens ein Drittel roher geriebener Kartoffeln beigemengt wird. Dadurch erhalten sie ihre typisch dunklere Farbgebung.

Makaron – („Nudeln“) Wie Nudeln halt sind, entweder als Hauptgericht oder als Beilage zu Suppen oder ähnlichen Gerichten.

Ryż – („Reis“) Hier gilt dasselbe, wie für die Nudeln oben.

chleb – Brot. Darunter gehört auch ‚chleb zwykły‘ (Weizenmischbrot), ‚chleb biały‘ (Weißbrot), ‚chleb razowy‘ (Vollkornbrot), ‚bułka‘ (Brötchen) und ‚rogal‘ oder ‚rogalik‘ (Hörnchen).

ciasto – Kuchen, wird in Polen fast täglich zu allen möglichen Anlässen gegessen – auch ohne Anlass.

Sernik – Käsekuchen, aus Weißkäse, häufig mit Schokoladenglasur.

Makowiec oder Makownik – traditioneller Mohnkuchen aus Hefe- oder Mürbeteig und Mohnmasse; als glasierter Wickelkuchen (Weihnachtstradition) oder als Blechkuchen.

Mazurek – traditioneller Mürbekuchen mit Marmelade unter einem Teiggitter und/oder Glasur (Ostertradition).

Babka – klassischer großer Hefekuchen mit Glasur (Ostertradition); auch Bezeichnung für kleinere Napfkuchen.

Placek – Streuselkuchen oder Blechkuchen, meist als Hefe- oder Mürbekuchen mit Obst oder Rosinen.

Murzynek – Schokoladenrührkuchen mit Schokoladenglasur.

Kołacz – runder Hefekuchen mit Käse- und/oder Mohnfüllung, ursprünglich ein brotartiges slawisches Festgebäck.

Keks – schwerer Rührkuchen mit Trockenfrüchten und Nüssen, meist zu Weihnachten.

Piernik – Kuchen aus Lebkuchenteig und Nüssen, häufig mit Füllung, ebenfalls vorwiegend zu Weihnachten.


woda – Wasser, herbata – Tee und kawa – Kaffee, no big deal.

Polen gilt auch als Land der Biere. Bier (piwo) wird nach verschiedenen Brauarten gebraut, beliebter sind die weniger herben Sorten. Fast jede größere Stadt hat eine eigene Brauerei. Hinzu kommen Traditionsbrauereien, von denen einige auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken. Bekannte Marken sind u.a. Żywiec, Okocim, Piast, Warka, Lech, Tyskie, EB. Sehr beliebt, vor allem bei Frauen, ist es, Bier mit einem Fruchtsirup gemischt zu trinken. Bier mit Cola gemischt ist hingegen eher unbekannt. 2005 betrug der durchschnittliche Bierkonsum 80,4 Liter pro Kopf.

Wein (wino) wird seltener getrunken als Bier und hat nicht denselben Status wie Wodka. Bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte der Weinhandel in Polen zu den Domänen jüdischer Kaufleute, später dann zu den Domänen der kommunistisch-sozialistischen Führung bis zur Wende.

Wódka – Muss ich da noch was erklären? Polen ist das Ursprungsland des klaren „Wässerchens“ und wird dort auch pur getrunken, wie die meisten alkoholischen Getränke. Es ist nicht üblich, Wodka aus winzigen Schnapsgläschen zu trinken, wie es die Deutschen zum Beispiel tun. Vielmehr werden 50- bis 100-Milliliter-Gläser bevorzugt.
Deswegen sei hier nochmal vor einer möglichen Alkoholvergiftung gewarnt. Gerade bei einem Urlaub, pardon: Studienreise, in einem fremden Land ist die Gefahr sich zu übernehmen doch relativ hoch. Wenn ihr trinkt, tut es bitte mit Bedacht! Ich glaube, auch die Lehrer werden wenig Freude haben, euch in einem Krankenhaus zu besuchen.


Zu guter Letzt möchte ich nochmal den Laktoseintoleranten gedenken:

mleko – Milch

ser – Käse

śmietana – schmandartige süße oder saure Sahne

zsiadłe mleko – Sauermilch

Biały ser oder twaróg – („Weißkäse“, „Quark“); schnittfester, dem Hüttenkäse ähnlicher Frischkäse, der vielfach noch in Hausproduktion hergestellt wird

Oscypek – ein geräucherter Hartkäse aus Schafsmilch, nur in der Tatra (Südpolen) hergestellt

Bryndza – Frischkäse aus Schafsmilch

Ser bałtycki und Ser zamojski – („Ostsee-Käse“ und „Zamość-Käse“); zwei Beispiele für Schnittkäse aus Kuhmilch.


Liste wird bei Bedarf weitergeführt.

Niedziela: Oświęcim

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W niedziele jedziemy do Oświęcimia – Am Sonntag fahren wir nach Auschwitz…
Nein, diesmal sind nicht die Nazis schuld. Unser Leistungskurs fährt am Sonntag wirklich nach Auschwitz. Dabei möchte ich nochmal darauf Aufmerksam machen, dass man Auschwitz wirklich nur mit einem S schreibt! Leute, die daraus ein eklatantes Ausschwitz machen, ernten von mir nur abtrünnige Verachtung. Denn mit Ausschwitzen hat das bei weitem nichts zu tun.

Dabei war Auschwitz nach dem Krieg unbegreiflich und ist es deswegen bis heute noch geblieben und sollte deswegen von jedem einmal im Leben besucht werden. Immerhin offenbart sich dort das dunkelste deutsche Kapitel.
Auf der anderen Seite ist es aber auch spannend, wie die Überlebenden mit dem Mythos Auschwitz umgehen. Am bekanntesten sollte immernoch der ‚Survivor‘ sein, der in den bekanntesten KZs zu Gloria Gaynors ‚I Will Survive‘ zusammen mit seinen Enkeln kunstvoll tanzt.

Es gibt Leute, die finden es nicht in Ordnung, wenn Leute in Auschwitz und in den anderen KZs tanzen, aber hey, er war dort inhaftiert und hat überlebt. Lasst ihn tanzen.

Auschwitz wird aber nur den ersten Teil des Tages ausmachen. Dadurch werden meine MitschülerInnen natürlich dazu kommen ihre Sprachanfänge vom Vortag weiter auszubauen. Und da kommen wir auch nun zum zweiten Stolperstein der polnischen Sprache: Die Grammatik.

Machen wir es kurz: Ich blicke selbst nicht wirklich durch. Denn wirklich ALLES wird im polnischen irgendwie zu jeder bestimmten Situation gebeugt und dekliniert. So verzweifeln Deutsche gerne während eines Aufenthaltes in Polen, wenn sie hören, was sie im Laden sagen sollen, um Brötchen zu kaufen: “Ich hätte gern ein BUŁKA (Brötchen)“ aber „Ich hätte gern 2 BUŁKI (Brötchen)“ oder „Ich hätte gern 5 BUŁEK (Brötchen)“. Nur, um eine Form der Pluralbildung zu erwähnen. Und wenn darüber hinaus der Eigenname auf polnisch dekliniert wird…

Erfahrene Latinisten hätten bestimmt ihren Spaß daran. Ich bin aber nicht in der Lage zu beschreiben, warum ich was wie auf Polnisch gebeugt oder dekliniert habe. Sowas mache ich grundsätzlich aus dem Bauchgefühl – und Polen versichern mir auch immer wieder, dass es sich bei mir dann auch genauso danach anhört. Ich bin hier also wirklich keine große Hilfe. Interessierten Lesern empfehle ich also sich selbst einmal durch zu wühlen durch die polnische Grammatik oder danach zu googeln. Viel Spaß.

Schwenken wir deswegen einfach auf was einfacheres. Das Zählen [in Klammern die annähernde Aussprache]:

0 zero [sero]
1 jeden [jädän]
2 dwa [dwa]
3 trzy [tsche]
4 cztery [tschtäre]
5 pięć [pjäntsch]
6 sześć [schäschtsch]
7 siedem [schädäm]
8 osiem [oschjäm]
9 dziewięć [dschjäwiäntsch]
10 dziesięć [dschjäschentsch]

Wer nochmal ganz sicher gehen will, der kann hier nochmal seine Bemühungen bei den Zahlen 1-10 dank Audio selbst überprüfen.

11 jedenaście [jädänaschjä]
12 dwanaście [dwanaschjä]
13 trzynaście [tschenaschjä]
14 czternaście [tschtärnaschjä]
15 piętnaście [pjätnaschjä]
16 szesnaście [schäsnaschjä]
17 siedemnaście [schädämnaschjä]
18 osiemnaście [oschjämnaschjä]
19 dziewięnaście [dschjäwiänaschjä]
20 dwadzieścia [dwadschjäschtscha]

Dann wird es einfacher…
21 dwadzieścia jeden
22 dwadzieścia dwa
23 dwadzieścia trzy
30 trzydzieścia
40 czterdzieścia
etc. pp….

Im vergangenen Eintrag hatten wir den Laut ‚dz‚ noch nicht besprochen. Diesen spricht man im Polnischen ähnlich aus wie der ersten Laut aus dem Wort „Dschungel“.

Das war ja noch einfach. Wagen wir uns deswegen nun auf etwas schwereres: die Uhrzeit.

Frage:
Wie viel Uhr ist es? – Która jest godzina?

Antwort:
Es ist fünf Uhr – Jest godzina piąta oder Jest piąta godzina

(wird aber selten gebraucht, weil es einfach zu lang ist und klingt auch irgendwie künstlich. Deswegen wird in der Umgangssprache die Kursform gewählt:)
(Jest) piąta

Hier ganze Ausdrücke (Zahl als Ordnungszahl dekliniert als Nominativ und mit Endung von Femininum)

Es ist ein Uhr – Jest pierwsza (godzina)

Es ist zwei Uhr – Jest druga

Es ist drei Uhr – Jest trzecia

Es ist vier Uhr – Jest czwarta

Es ist fünf Uhr – Jest piąta

Es ist 6 Uhr – Jest szósta (hier aufpassen auf die polnische Rechtsschreibung!)

Es ist 7 Uhr – Jest siódma (hier auch – sind zwei Ausnahmen – ó anstatt u)

Es ist 8 Uhr – Jest ósma (wie oben)

Es ist 9 Uhr – Jest dziewiąta

Es ist 10 Uhr – Jest dziesiąta

Es ist 11 Uhr – Jest jedenasta

Es ist 12 Uhr – Jest dwunasta

Es ist 13 Uhr – Jest trzynasta

Es ist 14 Uhr – Jest czternasta

Es ist 15 Uhr – Jest piętnasta

Es ist 16 Uhr – Jest szesnasta

Es ist 17 Uhr – Jest siedemnasta

Es ist 18 Uhr – Jest osiemnasta

Es ist 19 Uhr – Jest dziewiętnasta

Es ist 20 Uhr – Jest dwudziesta

Es ist 21 Uhr – Jest dwudziesta pierwsza

Es ist 22 Uhr – Jest dwudziesta druga

Es ist 23 Uhr – Jest dwudziesta trzecia

Es ist 24 Uhr – Jest dwudziesta czwarta

Ich weiß, fürs erste ist es sehr viel, aber nur Übung macht den Meister😉

Noch eine Anmerkung zu Auschwitz: Bevor man nach Krakau fährt sollte man sich, wenn es geht, sich noch einmal vorher den Spielfilm ‚Schindlers Liste‘. Ich war zwar noch nie vorher in Krakau, da aber Spielbergs Film zum großen Teil in der Stadt und auch in einer Szene im KZ Auschwitz-Birkenau spielt, kann sie meiner Meinung nach als begleitende mediale Reisevorbereitung durchaus nicht schaden.

Sobota: Przyjazd

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Sobota – Samstag, Przyjazd – Ankunft
Ich sträube mich ja immer noch vor dem Gedanken, dass mein Sowi LK wirklich vor hat am kommenden Samstag nach Krakau zu fliegen. Was mir Sorgen macht ist aber nicht die Tatsache, dass wir fliegen, sondern wann: 8:15 Uhr ab Dortmund! Das heißt: Abfahrt von der Schule um 4:45Uhr, Treffen noch davor. Wir wollten ja schließlich „so schnell wie möglich“ da sein. Dafür, dass der Flug an sich gerade mal eine Stunde dauert…

Seis drum. Haben wir halt mehr von unserer Kursfahrt. Andererseits muss ich mich jetzt schon mental dafür wappnen, schon früh morgens auf der Busfahrt mit einer Runde „Was-heißt-wie-auf-Polnisch“ konfrontiert zu werden. Natürlich hoffe ich, dass die anderen genauso wie ich um 5(!) Uhr morgens noch genauso müde sein werden wie ich, aber ich rechne mal mit dem Schlimmsten.

Fangen wir deswegen jetzt schon eine Woche vorher damit an und legen dem interessiertem Leser hier mal die erste Hürde der polnischen Sprache vor die Füße: das polnische Alphabet.

Das polnische Alphabet besteht aus 32 Buchstaben und lautet vollständig:

A, Ą, B, C, Ć, D, E, Ę, F, G, H, I, J, K, L, Ł, M, N, Ń, O, Ó, P, R, S, Ś, T, U, W, Y, Z, Ź, Ż.

Dem aufmerksamen Leser wird bestimmt sofort aufgefallen sein, dass sich dieses Alphabet mit seinen 32 Buchstaben sowohl von dem deutschen als auch dem ursprünglich lateinischem Alphabet an einigen Stellen unterscheidet. Klar, es fehlen zum Beispiel die deutschen Umlaute äöü. Aber darüber hinaus kommt es aber auch ohne die Buchstaben Q,V und X aus. Und das ist auch der erste Stolperstein mit dem Fremd-Sprachler zu kämpfen haben. Vor allem die Laute, die es so in Deutschland nicht gibt müssen erst mal erlernt werden.

Hier folgt deswegen zur ersten Erläuterung eine kleine Anleitung, wie man als Deutscher am besten mit den unbekannten Lauten umgehen sollte. Nicht erwähnte Buchstaben sollten in Wörtern so behandelt werden, wie es schon aus der deutschen Sprache bekannt ist.

Ą – Auf den ersten Blick nur ein A mit einem Hacken unten rechts, auch Ogonek (poln. Schwänzchen) genannt. Aber schon dieser Buchstabe hat es in sich. Wer von sich behaupten kann, Französisch gehabt zu haben, der kann sich hier glücklich schätzen, da es diesen Laut auch ähnlich im Französischem gibt. Seine Aussprache entspricht nämlich in etwa dem französischen „en“. Für die anderen, ohne frankophonem Hintergrund, wird der Laut dadurch erzeugt, dass man den beim normalen a flachliegenden Zungenrücken anhebt, bis der Laut nasal klingt und in Richtung o kippt. Nasal bedeutet nichts anderes, als dass der Laut nicht nur durch den Mund-, sondern auch im Nasenraum erzeugt wird. Beim Sprechen klingt der Laut ähnlich wie im deutschen das au, nur dass das U durch den Rachen eingeengt worden zu sein scheint.

Ć – Ein C mit einem Strich oben drauf. Spricht man wie ‚tch‘, wie zum Beispiel in ‚Entchen‘.

Ę – Ein E mit Ogonek. Und auch der zweite Nasale Buchstabe im polnischen Alphabet. Keine Angst, es gibt nur zwei davon😉 Im Gegensatz zum Ą liegt dieser aber zwischen dem Buchstaben E und leicht Richtung O. Aussprach-Technik ist ansonsten die Gleiche. Franzosen orientieren sich am Beispielwort ‚main‘.

Ł – Ein L mit Querstrich. Deutschen habe ich bisher immer geraten diesen Laut, wenn es geht, zu umgehen. Soweit ich weiß gibt es diesen Laut auch nur im Polnischen und ist dementsprechend nicht mehr ganz so einfach, schon gar nur schriftlich wie ich es hier versuche, beizubringen. Wer es trotzdem wagen will: Versucht mal ein L zu sprechen, nur ohne die Zunge zu benutzen.

Ń – Ein N mit Akut. Spricht sich wie das einfache N, nur dass der Zungenrücken dazu noch angehoben wird. Klingt ähnlich wie wenn man ’nj‘ sprechen würde.

Ó – O mit Akut. Für die Deutschen einfachste Übung: spricht sich nämlich wie U. Wirklich, mehr ist es nicht. Wird im Polnischen auch als ‚U zamknięte‘ (geschlossenes U) bezeichnet. Der einzige Unterschied zwischen Ó und U besteht in der Orthographie und ist der polnischen Deklination einiger Wörter geschuldet. An einer anderen Stelle vielleicht mehr dazu.

S – Ein Buchstabe, mit dem gerade die Deutschen im internationalem Vergleich eher schlampig umgehen. Alleine die verschiedenen Formen, die die deutsche Sprache aufweist: s, ss, ß(historisch aus dem Konstrukt aus sz hervorgegangen) oder das sch und weitere Formen sind dabei nur der Anfang. Die Deutschen besitzen noch verschiedene „Härtegrade“ für ihr S. Nehmen wir als Beispiel nur die beiden Wörter Sahne und Song. Sahne – hartes S. Song – weiches S. Touristen, die in Polen unterwegs sind verwenden bitte nur das weiche S. Das „harte S“ ist dort nämlich für den polnischen Buchstaben Z reserviert.

Ś – S mit Akut. Wird wie das ‚ch‘ im deutschen Wort ‚ich‘ gesprochen.

Y – Wird im polnischen IMMER wie ein E ausgesprochen, NIE wie ein I, wie es die Deutschen tun…

Z – Wie beim S oben schon angedeutet wurde wird dieser Buchstabe im polnischen wie ein hartes S ausgesprochen, beispielsweise wie im Wort ‚Sahne‘. Wer den deutschen Laut des Buchstaben Z vermisst, findet diesen in der polnischen Sprache beim Buchstaben C.

Ź – Ein Z mit Akut. Wie soll ich Deutschen nun ein Ź erklären? Oder das Ż, ein Z mit Punkt?! Sagen wir es so: Es kommt dem polnischen Z schon nahe, sonst würde es ja nicht ähnlich aussehen. Aber: es ist doch anders😉
Lustigerweise wird aber in und um Krakau herum der so genannte Krakauer-Dialekt gesprochen. Und in diesem Dialekt werden die beiden Buchstaben Ź und Ż einfach wie das polnische Z ausgesprochen. Solange man sich also nur um Krakau herum bewegt, wird man als unerfahrener deutscher Tourist mit dem etwas an hier geliefertem Wissen durchaus zurecht kommen können.

Für eine weitere und ausgewogene Erforschung der Aussprache empfiehlt sich auch die Seite von Wikibooks. Diese wird dem interessiertem Leser als weitere Übung bereitgestellt. Dort werden auch Übungen mit Lösungen angeboten!

Weitere Laute:
SZ – Gehört zwar nicht zum Alphabet, da es aus zwei Buchstaben besteht, verhält sich aber halt so wie das deutsche ’sch‘. Spricht man nämlich auch genauso.

CZ – Spricht man wie ‚tsch‘ aus.

Damit sind jetzt vielleicht die einzelnen Buchstaben mehr oder weniger geklärt. Aber um wirklich alle Laute und Kombinationen durch zu gehen fehlt es hier einfach an Platz und Lust meinerseits und würde auch jeden Rahmen sprengen. Einzelne Beispiele, die in den nächsten Einträgen noch kommen sollten müssen hierfür für einen einwöchigen Trip einfach ausreichen.

Für die Alltagssituationen sind aber nur Beispiele in Wörtern nur wirklich hilfreich. Allzeit brauchbare Wendungen für den ersten Kontakt sind auf dieser Seite wirklich gut aufbereitet und werden daher des Weiteren deswegen als Bekannt vorausgesetzt.

Weitere, wahllos ausgewählte Wörter in Polnisch – Deutsch:

Dzień dobry – Guten Tag
Dobry wieczór – Guten Abend
jak się masz? – Wie gehts’s?
Kraków – Krakau
Polska – Polen
Warszawa – Warschau
Wrocław – Breslau
schronisko – Herberge
noclegi – Übernachtungen
zamek – Burg
restauracja – Restaurant
śniadanie – Frühstück
obiad – Mittagessen
kolacja – Abendessen
piwo – Bier
dzień – Tag
noc – Nacht
samolot – Flugzeug
lotnisko – Flughafen
Nacktscanner lasse ich hier mal als weitere Übung dem interessiertem Leser überlassen.

Und falls noch jemand Angst haben sollte, dass wir am Flughafen eventuell Nacktscanner antreffen sollten, hier gibt es tolle Fashion-Tipps:

Ich versichere euch: Das wird noch eine „lustige“ Reise…

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